Thanatopraxie

Thanatopraxie

Julia Fialek (links) und Raphaela Kernspecht-Schletter

Thanatopraxie ist ein Kunstbegriff, der Thanatos (gr.: Gott des Todes, Bruder des Hypnos) mit dem praktischen Begriff der Handhabung verbindet und die Bedeutung hat, den Körper eines Verstorbenen derart zu erhalten, dass seine Angehörigen unbesorgt von ihm Abschied nehmen können.

Im anglizistischen Sprachgebrauch hat das für uns geläufigere Wort Enbalming dieselbe Bedeutung. Wie der Begriff auch immer sei, die Ausführung dient in jedem Fall der Familie des Verstorbenen.

Neben der Konservierung Verstorbener gehört die Rekonstruktion von Unfallopfern zu den Aufgaben des Thanatopraktikers.

Der Abschied hat insbesondere für die Hinterbliebenen von sehr plötzlich Verstorbenen eminente Bedeutung. Einen geliebten Menschen ohne jede Ankündigung zu verlieren und wegen eventueller Entstellungen nicht von ihm Abschied nehmen zu können, kann für den Angehörigen ein lebenslanges Trauma bewirken. Dabei ist es fast immer möglich, einen Verstorbenen so zu behandeln, dass die Angehörigen ihn ein letztes Mal sehen können.

Julia Fialek ist ausgebildete Bestattungsfachkraft und Thanatopraktikerin. Raphaela Kernsprecht-Schletter, ebenfalls Bestattungsfachkraft, wird die Ausbildung zur Thanatopraktikerin im Jahr 2020 durchlaufen.